Das liebe Geld – Ins Gemeindesäckel geschaut

Mal Hand aufs Herz: Schauen wir ins eigene Portemonnaie, haben wir ziemlich schnell einen Überblick über unsere Finanzen, wissen, was wir uns noch leisten können und was nicht.
Aber wie sieht das bei Gemeinschaftskassen aus? ‚Dafür wird es schon noch reichen‘, denken wir oft insgeheim. „Das bezahlt die Pfarrei“, heißt es oft, wenn der Pfarrer die Finanzierung der einen oder anderen Sache hinterfragt.

Mindestens 500 Euro pro Woche werden von der Pfarrei, also von unserer Gemeinde, ausgegeben für diverse Maßnahmen, Anschaffungen oder Instandsetzungen. Allein der Kostenvoranschlag für die Reparatur des Geschirrspülers betrug knapp 600 Euro. Der Kinderspielplatz musste modernisiert und die Sicherheit vom TÜ V überprüft werden. Wieder waren 300 Euro weg. Wohl jeder von uns kennt den einen oder anderen Posten, der mit Dutzenden oder gar Hunderten von Euro zu Buche schlägt.

Nun muss vieles auf den Prüfstand gestellt werden. Prioritäten müssen her, damit die Finanzen auch für die wirklich wichtigen Dinge reichen und dafür, die Gemeinde, unser Gemeindeleben, am Laufen zu halten.
17.000 bis 20.000 Euro Kirchgeld fließen jedes Jahr in das Gemeindesäckel. Pfarrer Laminski lobt die Großzügigkeit der Spender, die aus allen Altersgruppen kommen. „Von Jung und Alt“, sagt er. Aber was bringt es, die Gelder planlos zu verpulvern? Noch ist nicht einmal klar, wie der Hausmeister, der für eine halbe Stelle angestellt wird, bezahlt werden soll.

Dennoch darf niemand zu kurz kommen. So werden die 50 Cent für diesen Pfarrbrief auch als Spende erhoben. Wer sich das nicht leisten kann, soll dennoch nicht leer ausgehen. Heizung, Strom, Reinigungskosten für die Gemeinderäume und andere Fixkosten wie Blumenschmuck und ähnliches schlagen monatlich zu Buche.

Aber brauchen wir wirklich Gutscheine für die Ministranten, Geschenke für die Firmlinge oder 600 Abreißkalender für die Senioren, fragt der Pfarrer. Er sorgt sich um das Wohl und die Zukunft unserer Gemeinde, wenn er sich mit dem KV über die Verteilung der Gelder Gedanken macht. Hinzu kommt, dass in ganz Berlin die Spielräume für die Gemeinden immer geringer werden, denn die Zahl der Bistumskollekten steigt stetig an, während die Gemeindezuwendungen durch das Bistum sinken. Keine leichten Zeiten also für jeden von uns und für die Gemeinde als Ganzes.

Doch wenn wir dieses Ganze nicht aus den Augen verlieren, kann uns ein prosperierendes Gemeindeleben gelingen.