Faschingssonntag in St.Josef

Faschingspredigt 2015

von Diakon Werner Kießig am Faschingssonntag, dem 15.2.15 in der Pfarrkirche St.Josef, Berlin-Köpenick

Da wiederum es ist soweit…ringsum die fünfte Jahreszeit,
ob Fasching oder Karneval…in diesem Fall ist das egal,
die Narren außer Rand und Band…verhaltener wohl hierzuland,
doch da auch ich ein Narr ja bin…wenngleich in einem andern Sinn,
drum melde ich mich hier vor Ort…als Narr mal wieder heut zu Wort
in eines Gottesdienstes Rahmen. AMEN

Steh heute hier als Diakon … ihr Pfarrer einstges Nachbarn Sohn
hat mich für heute eingeladen…hoffentlich nicht zu ihrem Schaden
und ich frag mich, etwas beklommen…ob ich für Sie, die Sie gekommen
auch wohl die rechten Worte finde…und Gottes Wahrheit auch verkünde
nicht nur die eignen Phantasin…mitbrachte heut hier nach Berlin,
daß nicht enttäuscht die Aufmerksamen. AMEN

So grüß ich herzlich euch ihr Frommen…die ihr zum Gottesdienst gekommen
um Gott zu danken, ihn zu ehren…ein bißchen auch, euch zu beschweren,
weil er so vieles anders macht…als ihr, als ich es wohl gedacht.
und schau´n wir um uns in der Welt , gibt’s weiß Gott viel, was uns mißfällt.
Mal ärgert´s uns, mal macht´s betroffen…doch bleibt uns Glauben, Lieben, Hoffen
Als unsres Lebens fester Rahmen. AMEN

Jawohl, es scheint uns doch die Welt…heut´ völlig auf den Kopf gestellt.
Ist vielen Völkern nicht statt Frieden… nur Krieg und Terror heut´beschieden?
Und oftmals sind´s die eigenen Brüder… die man aufs Grausamste macht nieder.
Sogar im Namen von Religion….dabei ist das der blanke Hohn.
Es geht um Macht um jeden Preis…mit allen Mitteln wie man weiß,
Mißbrauch und Mord in Gottes Namen? AMEN?

Vergeht uns nicht bei solchen Sachen…das faschingsfrohe leichte Lachen?
Darf man, darf ich so ernsthaft sein…statt euch ganz einfach zu erfreu´n?
Hab´ ich das Lachen gar verloren…obwohl zur Freude wir geboren?
Nein, liebe Leut`, das hab´ ich nicht.
Ich sitze auch nicht zu Gericht…weil ich, auch wenn´s mich macht betroffen,
doch bleib beim Glauben, Lieben, Hoffen und bei dem Heil in Gottes Namen. AMEN

Weiß um so vieles, was nicht stimmt,… dass man den Falschen oft was nimmt,
daß Reiche noch viel reicher werden…seh´ Not und Hunger hier auf Erden,
wie armselig sehr viele wohnen…Flüchtlinge auch, gar in Millionen,
wo per Gesetz lauert der Tod…wo wahre Freiheit ist bedroht,
das Recht mit Füßen wird getreten…sogar von welchen, die doch beten.
Hör´ , was wer weiß was sie verkünden,…dabei sind es vor Gott nur Sünden!
Und Oberhand hab´n die Infamen! AMEN!

Seh´ in der Kirche manches auch…das nicht mehr folgt dem guten Brauch.
Was macht sich Fragwürdiges da breit…und manches gar zum Himmel schrein.
Ob viele nun zu Hause bleiben,- …weil sie verstört, verschreckt solch Treiben?
Liegt´s an den Leuten nur allein?…Ist nicht auch „oben“ mancher Schein?
Zähl´n nicht auch Macht, Privilegien?…Nicht Furcht vor Gott, nein, nur vor Medien.
Ich wünsch auch da Bestandsaufnahmen.- AMEN

Das alles seh´ ich und noch mehr. … Auch auszuhalten es, fällt schwer.
Doch kann dies´ unheil´ge Geschehn…ich auch nicht einfach übergeh´n.
Man kann das alles nicht verschweigen, nein, es gilt deutlich, es zu zeigen
Aufrufen auch doch umzukehren…den Weg zum Outen dann zu lehren,
womöglich allen Tauben, Blinden…die Liebe Gottes zu verkünden,
Prophet und Licht zu sein in Gottes Namen…AMEN

In all dem ist der Hl.Vater… uns Vorbild, Rufer und Berater,
frägt selber ja Gottes Erbarmen…in alle Welt, hin zu den Armen.
Redet den Mächt´gen ins Gewissen…und gibt auch uns kein Ruhekissen,
warnt, mahnt und lehrt uns, wie geschrieben…daß wir es tun soll´n, meine Lieben.
So handeln wir in Gottes Namen. AMEN

Da, wo es geht um die Gebote…nicht um die Macht und um die Quote,
wo Menschenwürde wirklich Maß…wo Wahrheit zählt und nicht nur Spaß,
demüt´ges Dienen angesagt,…nicht einzig nur: was bringt mir´s fragt…
da kann das wahre Glück man finden,…da führt heraus der Weg aus Sünden,
da wird erfahrbar Gottes Liebe…auch hier und heut´ im Weltgetriebe,
da keimt des Gottesreiches Samen. AMEN

Da wächst die Freude auf zum Baum…bleibt Freiheit nicht ein falscher Traum,
verschwindet Angst und Ignoranz… kommt es zu echter Toleranz
die gelten läßt, selbst den, der irrt… und die zum Miteinander führt
in Hochachtung und mit Respekt…weil man den Bruder ja entdeckt
nach Gottes Ebenbild gestaltet, …auch wenn das vielen scheint veraltet
und – ja, das gilt auch für die Damen: AMEN!

Seit man sich einst verführen ließ, …ich meine dort, im Paradies
Und sie es drum verloren haben, versiegt die Quelle seiner Gaben
Seither ist steter Kampf das Leben…und betend nur ist uns gegeben
In diesem Kampf dennoch zu siegen, dem Bösen nicht zu unterliegen,
nein, seiner Knechtschaft zu entkommen…als Gotteskinder angenommen.
Und drum im Kampf wir nicht erlahmen. AMEN

War das zu ernst und gar nicht heiter? ….Wär´ Schweigen besser und gescheiter?
Ich sage das hier frei heraus: ….mir geht es nicht um den Applaus,
mir geht´s um das, was immer bleibt,…egal, wer was auch mit uns treibt,
um Freude, die im Innern brennt, und die die Welt ja gar nicht kennt,
die Freude, die der Herr uns schenkt, der alles dann zum Guten lenkt,
zu einem Lustspiel macht gar Dramen: AMEN

Das war´s. Damit will ich jetzt schließen. Ich wollte euch auch nicht verdrießen.
Rat´ seine Freude zu genießen, nicht nur den Spaß, der schnell verflogen
Nein, auf der wahren Freude Wogen…des Lebens Schiff tagtäglich steuern
den Bund mit IHM bewußt erneuern…auf seine Gnade ganz vertrauen
und glaubensfroh nach vorn zu schauen,…wenn auch die Stürme heftig toben
statt ständig in den Übeln kramen. Und damit aus und gut und AMEN