PUERI CANTORES – Chorfest in Erfurt – Wir waren dabei!

Unter dem Motto „Unser Licht ist Christus“ fand am vergangenen Wochenende, dem 5. und 6. Mai das Chorfest des Kinder- und Jugendchorverbandes pueri cantores der Region Ost in der wunderschönen Domstadt Erfurt statt.
Mit 22 jungen Sängerinnen und Sängern und 7 erwachsenen Begleitern hat sich auch der Kinder- und Jugendchor von St. Josef auf den Weg gemacht. Dank der superschnellen ICE-Verbindung stellte die Entfernung nach Erfurt kein Problem dar.
Nach frühem Aufstehen am Samstag, der Zugfahrt, einem Gang durch die Stadt, dem Erklimmen des Domberges, trafen wir um 10 Uhr im riesigen Erfurter Dom ein. Gleich die ersten Reihen vor dem Altar waren für uns reserviert, so dass wir immer hautnah dabei sein konnten. Sofort begann die Probe mit einer Bläserfanfare und ohne dass seitens der Organisatoren ein einziges Wort gesagt werden musste, setzten ca. 700 Kinder und Jugendliche singend ein: „Kommt wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn“. Der Dom füllte sich mit überwältigendem Klang: helle Kinderstimmen, Jugendchöre in Mehrstimmigkeit, Bläser, Pauken, 2 Orgeln, aus allen Himmelsrichtungen sang und klang es.
Alle Stücke die für den Festgottesdienst am Nachmittag eingeplant waren, wurden von den Chören bereits zuhause einstudiert, so dass die Probe von 16 Chorstücken innerhalb von 2 sehr kurzweiligen Stunden möglich war.
Quer durch die Stadt ging es zur Edith-Stein-Schule zum Mittagessen. Auf dem Weg konnten wir bei herrlichem Wetter das Flair der Stadt genießen und es auch beeinflussen: Euphorisiert durch die Stimmung des Chorfestes, hat der missionarische Eifer einige unserer Chorkinder gepackt. Das Chorfest-Banner ausgespannt, die Tafel „Jugend- und Kinderchor St. Josef Berlin Köpenick“ hoch erhoben, liefen sie singend durch die Menschenmassen der Innenstadt… „Hosanna in der Höhe“… „Kyrie eleison“ …. „Jesus Christ, you are my life“…“Unser Licht ist Christus“, das Chorheft wurde rauf und runter gesungen.
Nach dem Mittagessen versammelten sich alle Chöre auf den Domstufen. Von dort aus wurde für die Stadt und auch mit der Stadt Erfurt, zumindest mit den vielen, die sich auf dem Marktplatz versammelt hatten, gesungen.
Mit dem schon erwähnten Kanon  „Kommt wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn“, taten nun alle 700 genau dies, der Domberg wurde erneut bezwungen und eine zweite kurze Probe konnte im Dom stattfinden.
Der Höhepunkt des Chorfestes, das Pontifikalamt mit dem Erfurter Bischof Dr. Ulrich Neymeyr, begann um 16 Uhr. In seiner Predigt betonte Neymeyr noch einmal die wichtige Rolle von Gesang und Musik in der Kirche und fand sehr ermutigende und bestärkende Worte für alle, diesen Schatz des singenden Gebetes weiterzutragen.
Nach dieser Messe war das Chorfest 2018 offiziell beendet. Viele Chöre machten sich auf den Heimweg. Für uns und einige andere Chöre galt das nicht. Wir hatten uns ja vorgenommen, das ganze Wochenende als Chor und Gemeinschaft unterwegs zu sein. Unser Abendbrot aßen wir im Kapitelsaal des Kreuzganges, der nur noch für unseren Chor offengehalten  wurde. Eine wunderbare Atmosphäre umfing uns: Orgelklänge aus dem Dom, im Schatten des über tausend Jahre alten Gemäuers.
Dann wurde es noch einmal sportlich. Da die Stadt Erfurt, zumindest was bezahlbare Unterkünfte anging, ausgebucht war, hatten wir unser Hostel in Weimar. Das bedeutete einen erneuten Gang durch die Stadt, die Bahnfahrt nach Weimar und in Weimar auch noch einmal einen ordentlichen Fußweg bergauf.
Ächzend, erschöpft aber glücklich angekommen, wurden die Zimmer verteilt, noch das eine oder andere Spiel gespielt, dann aber die Nachtruhe eingeläutet.
Die Chöre, die nicht heimgereist waren, waren vom beeindruckend großen Kinder- und Jugendchor am Dom mit seinen 120 Sängerinnen und Sängern und der wahnsinnig freundlichen, lebendigen und charismatischen Chorleiterin Elisabeth Lehmann-Dronke eingeladen, noch einmal in der Sonntagsmesse zu singen, diesmal also nicht aus den Bankreihen heraus sondern von den Chorpodesten aus, was uns noch einmal einen ganz anderen Eindruck bescheren sollte.  Also: Aufstehen, Frühstück, Fußweg zum Bahnhof Weimar (natürlich singend), Warten auf den Zug (singend „Hosanna in der Höhe“), Zugfahrt (mit Rücksicht auf die anderen Fahrgäste nur leise summend), Fußweg zum Dom (singend, Chorfestbanner voran!), erklimmen des Domberges (singend und schnaufend gleichzeitig), kurze Probe im Dom, Sontagsmesse. Ein gemeinsames Mittagessen mit den anderen dagebliebenen Chören im Bildungshaus St. Martin auf der Rückseite des Domberges, ein erneuter Weg durch die Stadt zum Bahnhof (Sie wissen schon: immer noch singend.), die ICE-Fahrt nach Berlin (mit Ständchen für die Zugbegleiterin) und die S-Bahnfahrt nach Köpenick schlossen unsere  bewegte und vor allem sehr bewegende Reise ab. Wir danken allen, die das Chorfest so großartig vorbereitet und denen, die uns begleitet und unterstützt haben und freuen uns jetzt schon auf die nächsten Chorfeste.

Kinder- und Jugendchor St. Josef mit seinem Leiter Tobias Segsa