St.Josef mit Kirchturm?

Pro & Contra: Braucht St. Josef seinen Kirchturm zurück?
(Wir veröffentlichen diesen Beitrag aus dem aktuellen Gemeindebrief der Monate Mai / Juni)
Pro:
Zeichen des Zeugnisses!
Als die Katholiken im Jahre 1899 in Köpenick eine eigene Kirche errichten, wird ihnen von der städtischen Baubehörde der auf 41 Meter Höhe geplante Turm um einen Meter gekürzt. Dabei war der Entwurf des Architekten Paul Franke durchaus bescheiden. Der Turm der bereits 1841 vollendeten evangelischen Stadtkirche St. Laurentius überragt mit 65 Metern die Altstadt und blieb im Stadtbild auch noch dominant, als die gleiche Baubehörde für das
neue, 1905 fertiggestellte Rathaus einen 54 Meter hohen Turm genehmigte.
Seit 1974 ist vom Turm der dem heiligen Josef geweihten Kirche nur noch der mit einem Satteldach abgeschlossene Stumpf übrig. Die Wunde im Stadtbild ist deutlich zu erkennen. Man braucht zum Vergleich nur die benachbarten Türme des ehemaligen Kaiserlichen Postamtes oder des ehemaligen Realgymnasiums heranzuziehen.
Im Jahre 1990 begann auch für St. Josef eine neue Ära. Mit hohem finanziellen Aufwand erfolgte unmittelbar nach der Wiedervereinigung außer der dringend erforderlichen Sanierung auch eine umfassende Neugestaltung des
Innenraums. 25 Jahre später erscheint es angebracht, nun auch die Notlösung am Turm zu überwinden. In gemeinsamer Anstrengung mit der Bürgergesellschaft, öffentlichen und privaten Geldgebern sollte es gelingen, das Zeugnis der Kirche in der Welt von heute auch nach außen deutlich sichtbar werden zu lassen. Die Wiederherstellung des Turmhelmes zur 120-Jahr-Feier der Errichtung der Kirche gestaltete sich dann nicht als ein nostalgischer Rückblick, sondern als Aufbruch in die Zukunft.
Alfred M. Molter
Verlieren die Glocken ihre Gewalt über den
Lärm,die Türme die Herrschaft über die Dächer,
so ist keine Hoffnung und kein Leben mehr (Reinhold Schneider)
Contra:
 
Liebe Gemeinde,
Danke erst einmal, dass ich meine kritische Meinung zum Thema „Kirchturmbau“ mitteilen
darf. Kirchturmbau: Warum? Gibt es einen Notfall oder eine Umsturzgefahr? Dann ja! Aber bis heute zum Glück nicht. Ich kann an diesem Projekt leider keinen Nutzen finden, als den des materiellenEhrgeizes. Dabei interessiert es mich wenig, woher das Geld kommt, sondern das wozu? Sollte durch den Kirchturmbau unser Gebet besser Gott erreichen? Klingen dadurch die Glocken schöner? Oder kommen mehr Leute zur Messe, weil man die Glocken besser und weiter hört? Stärkt das unseren Glauben? Ich denke, wir verlieren das Wesentliche aus den Augen. Natürlich sollten wir darauf achten, unser Erbe zu schützen und zu erhalten. Aber für mich zählen innere Schönheit und Werte, auch bei religiösen Bauwerken. Das Innere einer Kirche verleiht mir Wohlgefühl, Inspiration, Kraft, Schutz und Trost. Ich genieße eine Gebet bei Kerzenschein vor der Heiligen Maria, die schönen Blumenarrangements, die bewegenden Predigten des Pfarrers und die vielen engagierten Mitarbeiter, die der Kirche Leben verleihen. Aber ich achte nicht auf die Höhe des Kirchturms. Ich freue mich über die Großzügigkeit der Befürworter und bin mir sicher, dass sie in jedem Falle Ihre Spenden gut überlegt investieren werden.
Herzliche Grüße, Jean Marc Lewis
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